Lasst uns hybride Arbeit ins Gleichgewicht bringen

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  • Robert Rosellen
30 September 2022

Lasst uns hybride Arbeit ins Gleichgewicht bringen

Kaum zu glauben: Viele von uns haben inzwischen fast zwei Jahre lang in irgendeiner Form hybrid gearbeitet – ich selbst inbegriffen. Höchste Zeit, etwas innezuhalten, Bilanz zu ziehen und zu überlegen, was gut funktioniert hat und was nicht.

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich bin ein großer Befürworter der hybriden Arbeitsweise. Sie bietet Arbeitenden Freiräume und die nötige Flexibilität, ihre Arbeit mit dem Privatleben in Einklang zu bringen, Zeit für konzentrierte Arbeit allein zu finden ebenso wie für produktives Teamwork, und hat darüber hinaus noch einige Vorteile.

Hinzu kommt, dass hybride Arbeitsformen zunehmend von den Arbeitenden selbst gefordert werden. In Vorstellungsgesprächen stellt sich nicht mehr die Frage, ob die Mitarbeitenden hybrid arbeiten können, sondern an wie vielen Tagen und mit welcher Unterstützung sie dies können.

Die Sache ist nur, dass hybride Arbeit in der jetzigen Phase noch nicht ihr volles Potenzial entfalten kann.

Die aktuellen Probleme der hybriden Arbeit

Was passt noch nicht?

Ich nehme mal meinen Zeitplan als Beispiel. Ich schreibe diesen Blog auf dem Heimweg von einer der dreißig oder mehr externen Veranstaltungen, auf denen ich seit März anwesend war, außerhalb meiner normalen täglichen Arbeit zu Hause oder im Büro. Das erfordert einiges an zusätzlicher Mühe, um organisiert zu bleiben und all die verschiedenen Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen.

Es gibt viele, die im selben Boot sitzen: Sie kombinieren einen normalen Job von zu Hause aus – wie während der Pandemie – mit Veranstaltungen, Terminen und Reisen, wie in der Zeit vor der Pandemie.

Das bleibt nicht ohne Folgen. Ich selbst musste mich öfter bei meinem Team dafür entschuldigen, dass ich Meetings in letzter Minute verschieben musste, weil ich keine Zeit mehr hatte; unterdessen fragte mich zu Hause meine Frau, wann ich zwischen all den Meetings und Veranstaltungen überhaupt noch Zeit zum Arbeiten finde!

Es ist wichtig festzuhalten, dass dies kein Makel der hybriden Arbeit an sich ist. Meiner Meinung nach liegt es eher an der Art und Weise, wie wir damit umgehen. Die Lockdowns haben uns viel abverlangt, als es darum ging, uns an eine Welt der Heimarbeit zu gewöhnen. Realistischerweise müsste es nun genau andersrum sein: Unser Leben auf dem Höhepunkt der Pandemie war entschieden anders als jetzt – also können wir nicht auf die gleiche Weise arbeiten wie damals.

Was aber tatsächlich passiert, ist, dass viele Unternehmen in die alte Normalität zurückfallen und versuchen, das Beste aus beiden Welten zu machen. Sie halten an der hybriden Arbeitsweise fest, fahren aber mit Veranstaltungen, Dienstreisen, etc. das gleiche Programm wie früher. Wir haben uns nicht wirklich Gedanken darüber gemacht, wie wir uns am besten wieder auf eine "normalere" Welt einstellen können. Auch haben wir keine Regelungen eingeführt, die sicherstellen sollen, dass alles möglichst effektiv funktioniert – auch für jeden Einzelnen.

Der Übergang zu hybrider Arbeit ist ein tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel, der eine viel besser durchdachte Vorgehensweise erfordert, um tatsächlich zu gelingen. Ich könnte wetten, dass jeder, der behauptet, er hätte es auf Anhieb richtig gemacht, wahrscheinlich nicht ganz ehrlich mit sich selbst ist.

Ein besserer Ansatz

Was brauchen wir also, um das hybride Arbeiten zum Laufen zu bringen und es so effektiv wie möglich zu gestalten?

Die wichtigste Voraussetzung, mit der alles steht und fällt, ist Vertrauen.

Ich weiß, es gibt viele Führungskräfte, die sich immer noch Gedanken darüber machen, ob ihre Mitarbeitenden tatsächlich arbeiten oder ob sie bereit sind, dasselbe hohe Engagement auch in einem hybriden Arbeitsszenario an den Tag zu legen.

Meine Antwort darauf ist: Wir können es uns nicht leisten, Engagement an der Anzahl der Besprechungen, E-Mails oder Personen, die wir im Büro sehen, festzumachen. Das fördert nur Präsentismus und planlose Betriebsamkeit – und führt nur dazu, dass Mitarbeitende überlastet sind und ihnen der Burnout droht. Stattdessen sollten wir auf Ergebnisse achten. Die werden in jedem Unternehmen anders ausfallen, aber wir sollten lieber konsequent und uns darüber im Klaren sein, dass besonders in diesem Fall Ergebnisse mehr zählen als unsere Wahrnehmung.

Das zweite Element ist Kommunikation – und etwas Einfühlungsvermögen. Wir arbeiten alle unterschiedlich, aber wenn wir verstehen, wie, wann und wo wir die besten Leistungen bringen, können wir besser zusammenarbeiten und die gewünschten Ergebnisse liefern. Mir hat es geholfen, mit meinem Team klare Grenzen zu setzen, wann ich verfügbar bin, wann nicht und wann ich Zeit für mich brauche – und ich habe sie alle ermutigt, das Gleiche zu tun.

Abschließend möchte ich allen Unternehmen raten, weiterhin zu hinterfragen, wie sie hybride Arbeit umsetzen, und klare Best Practices für ihre Organisation festzulegen. Wir sind bei der hybriden Arbeit noch immer in einer Lernphase, und das ist eine aufregende Perspektive: Wir haben jetzt die Chance herauszufinden, was tatsächlich für unsere Unternehmen und unsere Mitarbeitenden am besten funktioniert – statt nur dasselbe wie immer zu tun.

Wenn Sie sich also Sorgen um das Engagement des Teams in einem 90-minütigen Zoom-Meeting machen, sollten Sie vielleicht stattdessen zwei kleinere dreißigminütige Sitzungen einplanen. Wenn Sie der Meinung sind, dass das Büro an manchen Wochentagen zu leer ist, überlegen Sie, woran das liegen könnte: Welche Aufgaben gelten in Ihrem Unternehmen als "bürobasiert" und welche liegen im Ermessen des Mitarbeitenden? Ist der Raum für Ihre Mitarbeitenden geeignet – oder arbeiten sie einfach lieber von zu Hause aus?

Der Übergang zur hybriden Arbeitsweise ist ein Marathon, kein Sprint – und die Aufgabe wird sich nicht von selbst erledigen. Es wird einige Zeit brauchen, um hybrides Arbeiten soweit zu optimieren, dass es sowohl dem Unternehmen als auch der Belegschaft Vorteile bringt. Aber wenn wir offen über unsere Bedürfnisse kommunizieren und über was funktioniert und was nicht, können wir ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem sich alle unsere Mitarbeitenden entfalten können.

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