Wie KI operatives Wissen in der Fertigung skaliert
Wenn über KI in der Fertigungsindustrie gesprochen wird – insbesondere auf Leitmessen wie der Hannover Messe – stehen meist Maschinen, Automatisierung und zunehmend autonome Systeme wie Robotik, Predictive Maintenance oder digitale Zwillinge im Vordergrund.
Doch so intelligent Maschinen auch werden – ein Großteil des wertvollsten operativen Wissens liegt weiterhin bei den Menschen und geht verloren, wenn es nicht systematisch gesichert wird.
Denn die Fertigung ist und bleibt ein hochgradig wissensgetriebenes Umfeld, geprägt von Erfahrung und situativem Know-how auf dem Shopfloor. Täglich sorgen Entscheidungen, Workarounds und Problemlösungen dafür, dass die Produktion stabil läuft. Gleichzeitig bleibt dieses Wissen oft lokal, informell und nur schwer organisationsweit nutzbar.
Genau hier kann KI eine andere Art von Wirkung entfalten. Über die reine Prozessoptimierung hinaus kann sie dazu beitragen, operatives Wissen systematisch zu generieren und zu skalieren – wie die Erfahrungen aus einem Kundenprojekt in der Fertigungsindustrie zeigen.
Warum Wissen auf dem Shopfloor verloren geht
Ein erheblicher Teil des operativen Wissens entsteht in Momenten der Störung. Auf dem Shopfloor lösen Operatoren, Techniker und Instandhaltungsteams komplexe Probleme unter hohem Zeitdruck – häufig während Nachtschichten, bei Notfallreparaturen oder in Produktionsspitzen. In solchen Situationen ist die Priorität klar: Verfügbarkeit wiederherstellen, Sicherheit gewährleisten und den Output sichern.
Doch das dabei entstehende Wissen bleibt oft auf den unmittelbaren Kontext beschränkt. In vielen Fertigungsunternehmen zeigt sich, dass Wissen verloren geht, wenn Problemlösungen nicht systematisch dokumentiert werden.
Zurück bleibt implizites Wissen, das lokal gebunden und stark von individueller Erfahrung abhängig ist, anstatt organisationsweit verfügbar zu sein.
Die Dringlichkeit wächst zusätzlich, wenn Systemlandschaften fragmentiert bleiben und sich die demografische Struktur der Belegschaft verändert. Gleichzeitig droht ein erheblicher Teil des Erfahrungswissens verloren zu gehen, wenn erfahrene Mitarbeiter das Unternehmen verlassen oder in den Ruhestand gehen.
Ohne strukturelle Mechanismen zur Sicherung und Wiederverwendung dieses Know-hows entsteht ein wiederkehrendes Muster: Probleme werden immer wieder gelöst, doch Lernen skaliert nicht über Teams, Werke oder Regionen hinweg.
Knowledge Management mit KI
Bei einem Kunden in der Fertigungsindustrie begann die Transformation mit einer typischen Herausforderung: einer hochkomplexen IT- und Systemlandschaft auf dem Shopfloor. Zahlreiche Anwendungen, separate Ticketsysteme und fragmentierte Prozesse erschwerten es Operatoren und Instandhaltungsteams, effizient zu arbeiten.
Im Mittelpunkt der Transformation stand dabei nicht primär die Technologie, sondern die Frage, wie Mitarbeitende im Alltag besser unterstützt werden können.
Ziel war es, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem Mitarbeitende schnell auf die richtigen Informationen zugreifen können und Reibungsverluste im Tagesgeschäft reduziert werden. Langfristig entsteht daraus die Vision einer servicegetriebenen Fabrik.
Die ServiceNow AI Platform unterstützt diesen Ansatz, indem sie KI direkt in operative Workflows integriert und sicherstellt, dass Wissen im Arbeitsfluss entsteht. Funktionen wie die ServiceNow ® Workflow Data Fabric helfen, strukturierte, unstrukturierte und Echtzeitdaten zu verknüpfen und den erforderlichen Kontext für den effektiven Einsatz von KI in operativen Prozessen zu schaffen.
In der Praxis zeigt sich beim Kunden: Mit KI wird Wissen in der Fertigung nun
automatisch erfasst: Wissen entsteht als Nebenprodukt von Incidents, Serviceanfragen und operativen Aktivitäten.
verständlich aufbereitet: Lange, unstrukturierte Einträge werden in klare, handlungsorientierte Zusammenfassungen überführt, sodass Teams schnell nachvollziehen können, was passiert ist und wie das Problem gelöst wurde.
standortübergreifend geteilt: Wissen wird über Werke und Regionen hinweg zugänglich gemacht und ermöglicht Lernen ohne Sprachbarrieren.
formalisiert und wiederverwendbar gemacht: Aus gelösten Fällen entstehen automatisch Wissensartikel, die in zukünftigen Situationen genutzt werden können, bevor ähnliche Probleme erneut eskalieren.
So wurde beim Kunden individuelles Problemlösen zu einer gemeinsamen organisationalen Fähigkeit und Lernen zu einem festen Bestandteil des täglichen Betriebs.
Wissen als strategischer Hebel in der Fertigung
KI-Systeme in der Fertigung sind auf qualitativ hochwertige Daten und ein tiefes Kontextverständnis angewiesen, um verlässliche Ergebnisse zu liefern. Gleichzeitig kann KI genau diesen Kontext kontinuierlich weiterentwickeln, indem operative Aktivitäten in wiederverwendbares Wissen überführt werden.
Das sorgt für eine konsistentere Problemlösung, verringert die Abhängigkeit von einzelnen Experten und stärkt die organisationale Lernfähigkeit. Wissen wird damit nicht nur zum Input für KI, sondern zu einer Kompetenz, die sich durch ihre kontinuierliche Nutzung stetig weiterentwickelt.
Erfahren Sie, wie ServiceNow Sie dabei unterstützt, KI gezielt in der Fertigung einzusetzen.