Warum menschliche Fähigkeiten im Zeitalter der KI wichtiger sind denn je
Jeden Montagmorgen meldete sich die Leiterin des Servicebetriebs eines globalen Versicherers an ihrem Arbeitscomputer an und fand rund 400 Fälle vor, die auf ihre Bearbeitung warteten. Die meisten Fälle konnten innerhalb weniger Minuten gelöst werden, doch ihre schiere Anzahl erforderte viel Zeit und Aufwand.
Heute bearbeitet ihr Team 40 Fälle. Die übrigen 360 werden über Nacht von KI-Agenten abgeschlossen, weitergeleitet und gelöst – mithilfe eines Workflows, den sie selbst mitentwickelt hat. Jetzt kann sie sich auf die Aufgaben konzentrieren, die ihre Erfahrung und ihr Urteilsvermögen erfordern: komplexe Sonderfälle, Entscheidungen auf der Grundlage von Richtlinien und Kundensituationen, die bisher kein KI-Modell gesehen hat. Sie arbeitet nicht weniger, sondern konzentriert sich auf anspruchsvollere Aufgaben, bei denen menschliche Fähigkeiten den Unterschied machen.
Der Bedarf an menschlichen Fähigkeiten steigt
Ähnliche Szenarien werden immer häufiger, da Unternehmen KI, agentenbasierte KI, Automatisierung und andere Technologien in ihre Workflows integrieren. Die Daten im ServiceNow Workforce Skills Forecast 2026 bestätigen diese Transformation.
Gemeinsam mit unserem Forschungspartner Pearson haben wir modelliert, wie sich der Kompetenzbedarf bis 2031 weltweit entwickeln wird. Zu den zentralen Punkten unserer Frageliste gehörten:
- Welche Fähigkeiten werden künftig stärker nachgefragt?
- Welche Fähigkeiten verlieren an Bedeutung?
- Was bedeuten diese Ergebnisse für die Personalplanung sowie für Weiterbildungs- und Umschulungsstrategien?
Unsere Analyse zeigt ein klares Muster: In 12 Ländern und neun Branchen wird die Nachfrage nach technischen Fähigkeiten zur Unterstützung neuer Technologien ebenso steigen wie nach menschlichen Fähigkeiten wie Führung und Zusammenarbeit. Zusammen prägen diese Kräfte eine menschliche Renaissance, in der Technologie zwar Aufgaben verändert, der eigentliche Wert jedoch durch menschliche Fähigkeiten bestimmt wird.
Damit stellt sich eine zentrale Frage: Wie können Menschen die Kompetenzen entwickeln, die sie in einer sich wandelnden Arbeitswelt erfolgreich und wertvoll machen? Viele Führungskräfte erkennen zwar den Handlungsbedarf, aber nur wenige wissen, wo sie beginnen sollen. Da die Einführung von Technologien schneller voranschreitet als die Qualifizierung von Mitarbeitern, wächst die Lücke zwischen den vorhandenen Fähigkeiten und den Kompetenzen, die Unternehmen und Menschen für den Erfolg benötigen.
Die am schnellsten wachsenden Kompetenzen sind menschlicher Natur
KI automatisiert Routineaufgaben und erschließt neue Arbeitsweisen in vielen Bereichen, vom Kundenservice über den operativen Betrieb bis hin zur Softwareentwicklung und dem Gesundheitswesen. Dadurch verändern sich sowohl die Arbeit selbst als auch die technischen Kompetenzen, die erforderlich sind, um KI-Systeme zu entwickeln, zu betreiben und zu steuern.
Laut unserer Studie werden bis 2031 Kompetenzen in den Bereichen Datenqualität, Softwareentwicklung, Analytics und KI am stärksten nachgefragt werden.
Diese Entwicklung spiegelt die rasante Einführung neuer Technologien wider. Obwohl technische Kompetenzen die höchste Wachstumsrate verzeichnen, bleibt die Nachfrage weiterhin stark auf menschliche Stärken ausgerichtet. Je komplexer und technologiegestützter Arbeit wird, desto wertvoller werden Fähigkeiten, die Menschen befähigen, Veränderungen im großen Maßstab zu koordinieren, fundierte Entscheidungen zu treffen und erfolgreich zu gestalten – sie gewinnen dadurch weiter an Bedeutung.
Agentenbasierte Lösungen entlasten Mitarbeiter, die sich somit auf strategische sowie überwachende Tätigkeiten konzentrieren können, bei denen Urteilsvermögen, Kreativität und Empathie gefragt sind – Fähigkeiten, die nur Menschen besitzen. Die am stärksten nachgefragten Kompetenzen in dieser Kategorie in allen Märkten sind Mentoring, Zusammenarbeit, Projektmanagement, Teamführung und strategische Führung.
Technische und menschliche Fähigkeiten ergänzen sich
Hier geht es um mehr als einen Wandel der Qualifikationen. Es geht um eine Neudefinition dessen, was Wertschöpfung in der Arbeitswelt ausmacht. Unternehmen benötigen sowohl technologische Expertise als auch menschliche Kompetenzen.
Obwohl die Beschäftigtenzahlen in vielen Branchen stabil erscheinen, verdecken sie einen tiefgreifenden Wandel der Anforderungen, da sich Rollen durch den technologischen Fortschritt verändern. Selbst in besonders stark wachsenden Bereichen wie dem Gesundheitswesen, der Telekommunikation, den Medien- und Technologiebranchen sowie den professionellen Services wächst der Bedarf an einer Kombination aus technischen Kompetenzen und menschlichen Fähigkeiten.
Da digitale Prozesse immer mehr Routineaufgaben übernehmen, verlagert sich die Nachfrage hin zu Führungskompetenz, Zusammenarbeit und Urteilsvermögen – Fähigkeiten, die maßgeblich bestimmen, wie effektiv Technologie eingeführt und genutzt wird.
Die Zukunft der Arbeit: Zusammenarbeit von Mensch und Technologie geprägt
Technologie mag die Art und Weise verändern, wie Arbeit erledigt wird. Der Erfolg hängt jedoch von menschlichem Urteilsvermögen, Kreativität und Führungskompetenz ab.
Mit anderen Worten: Menschliche Fähigkeiten sind keine Ergänzung zu technologischen Investitionen, sondern eine Voraussetzung.
Wenn Unternehmen in die Weiterbildung und Umschulung ihrer Mitarbeiter investieren, passieren drei Dinge:
- Menschen und KI arbeiten als Partner zusammen, statt miteinander zu konkurrieren.
- Lernen und Kompetenzentwicklung beschleunigen sich, da Menschen neue Tools und Arbeitsweisen schneller übernehmen.
- Kreativität und menschliches Lernen rücken in den Mittelpunkt, weil Routineaufgaben automatisiert werden und menschliches Potenzial freigesetzt wird.
Das ist die menschliche Renaissance in Aktion – und sie hat in Unternehmen, die sowohl in Technologie als auch in die Menschen investieren, die diese nutzen, bereits begonnen.
So gelingt der Erfolg in der Arbeitswelt von morgen
Für Menschen und Unternehmen, die in dieser neuen Arbeitswelt erfolgreich sein möchten, zeichnen sich drei zentrale Handlungsfelder ab:
1. Bauen Sie technische Kompetenzen gezielt für den zukünftigen Bedarf auf
Codierung, KI, Daten und Analytics wachsen schneller als jede andere Kategorie. Was künftig im Detail gefragt sein wird, kann sich ändern, aber die Richtung ist klar: Der souveräne Umgang mit aufstrebenden Technologien ist Grundvoraussetzung und kein Alleinstellungsmerkmal mehr.
2. Investieren Sie in Fähigkeiten, die nur Menschen mitbringen
Die Fähigkeit, andere zu inspirieren, zu fördern und durch komplexe Situationen zu führen, ist keine „weiche Zusatzqualifikation“ zu technischem Fachwissen. Sie wird zunehmend zum eigentlichen Werttreiber. Die am schnellsten wachsenden Kompetenzen in dieser Kategorie – Mentoring, Zusammenarbeit und strategische Führung – sind zugleich am schwersten zu automatisieren.
3. Nutzen Sie vorhandene Fähigkeiten als Sprungbrett
Gleichen Sie Ihre eigenen Fähigkeiten mit verwandten Rollen ab, identifizieren Sie Lücken und nutzen Sie gezielt kurzfristige Lernangebote, um Ihren individuellen Weg zu gestalten.
Auch Unternehmen spielen hier eine Rolle: Sie müssen die Voraussetzungen für erfolgreiche Weiterbildung und Umschulung schaffen und ihren Mitarbeitern strukturierte Lernangebote bereitstellen, die eng mit der praktischen Arbeit verknüpft sind. Genau dafür haben wir die ServiceNow University entwickelt.
Bereiten Sie sich auf eine neue Ära vor
Der Übergang von Jobs zu Kompetenzen steht nicht erst bevor, er findet bereits statt. Technologien werden sich weiterentwickeln. Menschliche Fähigkeiten – insbesondere Führung, Zusammenarbeit und Urteilsvermögen – werden darüber entscheiden, wer erfolgreich ist.
Erfahren Sie, wie ServiceNow Ihnen dabei helfen kann, in der neuen Arbeitswelt erfolgreich zu sein.