3 KI-Entwicklungen, die die Zukunft der Arbeit gestalten
Laut dem ServiceNow KI-Reifeindex für Unternehmen 2025 ging es im Jahr 2025 bei KI-Implementierungen vorrangig um die Wertschöpfung. So haben mehr als die Hälfte (55 %) der Unternehmen weltweit insgesamt mindestens 100 KI-Anwendungsfälle implementiert.
Die Wirtschaftsführer, mit denen ich in Europa, im Nahen Osten und in Afrika (EMEA) spreche, erkennen das Potenzial von KI besser als je zuvor. Die von mir geführten Gespräche deuten darauf hin, dass 2026 das Jahr sein wird, in dem KI tief in die Arbeitswelt eingebettet und einen echten Mehrwert schaffen wird. Sie wird jeden Prozess und jede Entscheidung unterstützen und Branchen ebenso wie Kunden- und Mitarbeiter-Experiences völlig neu gestalten.
Hier sind drei KI-Entwicklungen, die meiner Meinung nach unsere Arbeitsweisen im Jahr 2026 grundlegend verändern werden.
1. Der Aufstieg multimodaler Schnittstellen
IDC prognostiziert, dass „80 % der Grundlagenmodelle, die für produktionstechnische Anwendungsfälle verwendet werden, bis 2028 multimodale KI-Fähigkeiten umfassen werden, um die Unterstützung von Anwendungsfällen, die Genauigkeit, die Nützlichkeit von Einblicken und den intermodalen Kontext zu verbessern“1.
Arbeitskräfte von heute wünschen sich Tools mit multimodalem Design. Sprach-, Bild-, Video- und andere Eingaben werden gemeinsam in einem einheitlichen Arbeitsbereich vereint sein, in dem alle digitalen Interaktionen nahtlos ablaufen. Anwender sind somit nicht mehr dazu gezwungen, auf getrennte Apps, verschiedene LLMs (Large Language Models) und isolierte Datenquellen zurückzugreifen.
Kreativteams können beispielsweise Gespräche führen, während der KI in Echtzeit Projektbeschreibungen erstellt, Notizen erfasst und begleitende Grafiken entwirft. Mitarbeiter wechseln nahtlos zwischen sprach- und textbasierten Kundenservicekanälen, wobei ein KI-Agent relevante Kundendaten abruft und Schritte zur Behebung eines Problems plant.
Das Interesse an multimodalen KI-Fähigkeiten nimmt stetig zu. Laut Jabra und der London School of Economics bevorzugen 14 % der Wissensarbeiter die Interaktion mit KI durch Spracheingabe.2 Die Studie legt nahe, dass die Spracheingabe innerhalb von nur drei Jahren in vielen Arbeitsszenarien zur Hauptmethode für die Kommunikation mit generativer KI werden könnte.
2. Einklang von Governance und Entwicklungsgeschwindigkeit
Vorschriften wie das EU-Gesetz zur künstlichen Intelligenz halten Unternehmen zur verantwortungsvollen Steuerung und zur Schaffung von Vertrauen in KI-Systeme an. Führungskräfte stehen vor einer neuen Herausforderung: das Innovationstempo zu steigern und gleichzeitig gute KI-Governance sicherzustellen.
Ein Gleichgewicht zwischen Governance und Entwicklungsgeschwindigkeit wird dabei rasch zum entscheidenden Maß für den KI-Reifegrad. Laut dem ServiceNow KI-Reifeindex für Unternehmen haben weltweit 63 % der Vorreiter – Unternehmen, die KI am effektivsten in ihren Betrieb integrieren – erhebliche Fortschritte bei der Einrichtung von Data Governance und Sicherheitsrichtlinien für KI erzielt, verglichen mit weniger als der Hälfte (42 %) der restlichen Unternehmen.
Die Studie ergab außerdem, dass Governance einer der größten Faktoren für finanzielle Vorteile durch KI-Reife ist.
Führende Unternehmen wissen, dass verantwortungsvolle KI nicht unbedingt eine Wachstumsbremse sein muss. Wenn Compliance vielmehr in die alltägliche Praxis eingebettet ist, kann sie die Schaffung vertrauenswürdiger Innovationen beschleunigen.
3. KI in jedem Aspekt des Unternehmens
Führende Unternehmen haben ein Interesse daran, fortschrittliche Formen der KI in immer mehr Geschäftsbereichen einzubetten und die Produktivität von Mitarbeitern zu vervielfachen. Ich glaube, dass 2026 Zeuge des Mainstream-Aufstiegs der agentenbasierten KI sein wird – also von Systemen, die Informationen analysieren, Entscheidungen treffen und Aufgaben von Anfang bis Ende autonom ausführen.
Der KI-Reifeindex für Unternehmen von ServiceNow zeigt, dass mehr als ein Drittel (36 %) der globalen Vorreiter bereits agentenbasierte KI einsetzt, verglichen mit 19 % der anderen Unternehmen. Insgesamt erwägen 43 % der befragten Unternehmen die Einführung agentenbasierter KI im nächsten Jahr.
Parallel zu dieser KI-Entwicklung entstehen aber auch neue Risiken. Da mehr Mitarbeiter KI in ihre Workflows integrieren, stehen CIOs (Chief Information Officers) unter dem zunehmenden Druck, wachsende Compliance-, Datenschutz- und Sicherheitsschwachstellen vorherzusehen und abzustellen.
Ein zentrales Problem wird der Übergang von der Handhabung der Schatten-IT zur Handhabung von „Schatten-KI“ darstellen – von KI-Systemen also, die außerhalb etablierter Governance-Strukturen implementiert oder entwickelt werden.
Erfolgreiche Unternehmen werden flexible, adaptive Plattformarchitekturen einführen, die es ihnen ermöglichen, neue KI-Tools im nötigen Umfang zu integrieren. Solche Plattformen nutzen eine zentrale Codebasis und einheitliche Daten zur unternehmensweiten Verwaltung von Systemen, was auch agentenbasierte KI einschließt. So können IT-Teams auf Basis vollständiger und genauer Daten alle KI-Aktivitäten überwachen, validieren und koordinieren.
Viele der führenden Unternehmen, mit denen ich spreche, sind bereits bestens für den Erfolg gerüstet. Unsere Studie zum KI-Reifegrad zeigt, dass 66 % der Vorreiter unternehmensweit einen Plattformansatz mit integrierten KI-Funktionen verfolgen, verglichen mit 46 % der anderen Unternehmen.
Die Neuerfindung der Arbeit für das KI-Zeitalter
Von der Zusammenfassung von Besprechungen über die Generierung von Einblicken bis zur systemübergreifenden Orchestrierung: KI wird nahtlos in tägliche Aufgaben integriert und verändert so unsere Arbeitswelt. 2026 werden Menschen und KI in einer neuen Ära der „gemischten Arbeit“ zunehmend dieselben Arbeitsbereiche teilen.
Wenn KI in jeden Arbeitsschritt eingebettet ist, muss weniger zwischen Apps und KI hin- und hergewechselt werden, was zu stärker vernetzten und praktisch umsetzbaren KI-Ergebnissen und damit zu einer höheren Produktivität führt.
Das Biopharma-Unternehmen AstraZeneca integriert beispielsweise KI in alle Geschäftsbereiche mit dem Ziel, bis 2030 20 neue Medikamente einzuführen. Führungskräfte vernetzen alle Arbeitsebenen mit KI, vom Laborbetrieb bis zum Mitarbeiter-Onboarding.
AstraZeneca spart jährlich mehr als 30.000 Stunden ein, da Forschungsaufgaben und Entscheidungsfindung in Sekundenschnelle erledigt werden können. Das setzt Mitarbeiterkapazitäten frei, beschleunigt Erkennungszyklen und verkürzt die Markteinführungszeit für lebenswichtige Therapien.
Zukünftige Generationen werden in eine Arbeitswelt eintreten, in der KI ein natürlicher Bestandteil ist. Mitarbeiter arbeiten in einer Symbiose mit KI zusammen, verwalten ihre eigenen agentenbasierten Workflows lückenlos und wissen, wann sie KI-Outputs vertrauen können oder in Frage stellen müssen.
Erfahren Sie, wie ServiceNow Unternehmen dabei hilft, die KI arbeiten zu lassen. Für alle.
1 IDC FutureScape: Worldwide AI and Automation 2025 Predictions – Asia/Pacific (Excluding Japan) Implications (Vorhersagen zur weltweiten Entwicklung von KI und Automatisierung 2025 – Auswirkungen auf Asien/Pazifik [ausgenommen Japan]), doc #AP51601224, November 2024
2 Jabra and the London School of Economics, Beyond the keyboard: How voice AI will redefine work in 2025 and beyond (Weg von der Tastatur: wie KI-Sprachfunktionen die Arbeit im Jahr 2025 und darüber hinaus neu definieren werden), November 2025