IT-OT-Konvergenz in Aktion bei Siemens

Zwei Fachkräfte betrachten Daten auf einem Tablet in einer modernen Fabrikumgebung

Die Fertigungsindustrie befindet sich in ständiger Bewegung, und führende Unternehmen bemühen sich um eine bessere organisationale Resilienz, Effizienz und Innovationskraft. Eine neue Partnerschaft zwischen ServiceNow und Siemens soll die Betriebsabläufe in Fertigungsstätten transformieren.

Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, Systeme von IT und operativer Technologie (OT) miteinander zu integrieren, um intelligente Fabriken zu schaffen. In dem Projekt sind die 180-jährige Erfahrung von Siemens in den Bereichen OT und industrielle Automatisierung mit der Fachkompetenz von ServiceNow in den Bereichen IT Service Management (ITSM) und IT Asset Management (ITAM) vereint.

Die Konvergenz von IT und OT hat zur gemeinsamen Entwicklung von Industrial Asset Hub geführt. Diese Lösung hilft der Fertigungsindustrie, industrielle Assets wie programmierbare Logiksteuerungen und Industrie-PCs unternehmensweit zu erkennen, zu identifizieren und zu verwalten. Michael Leipold, ein Spezialist für digitale Transformation bei Siemens, hat uns Einblicke in die Besonderheit dieser Partnerschaft vermittelt.

Wie kam die Partnerschaft zwischen ServiceNow und Siemens zustande?

2022 begann Siemens, im Rahmen des Projekts Siemens Xcelerator disruptive Softwareservices zu entwickeln. Unser Team konzentrierte sich darauf, IT- und OT-Asset-Management-Lösungen zusammenzuführen, um in den Produktionsstätten für mehr Effizienz zu sorgen.

Die Entscheidung zur Zusammenarbeit mit ServiceNow war dabei ein logischer Schritt. Leipold erklärt: „Natürlich wandten wir uns an ServiceNow. Das Unternehmen weiß, was auf IT-Seite funktioniert. Und ServiceNow kümmert sich bei uns bereits seit 15 Jahren um unser ITSM und ITAM. Was lag da näher, als zusammenzuarbeiten?“

Die Partnerschaft wurde schnell über das OT-Asset-Management hinaus auch auf das OT Schwachstellenmanagement und auf Sicherheitskomponenten ausgeweitet. Industrial Asset Hub kombiniert Siemens SINEC Security Guard und die ServiceNow AI Platform, einschließlich OT Visibility und OT Vulnerability Response.

Die Einführung von Industrial Asset Hub in Siemens-Fabriken läuft erfolgreich, und es ist die Bereitstellung der Lösung an mehr als 100 Standorten auf der ganzen Welt vorgesehen. Sie wird die OT-Assets von Siemens mit der ServiceNow AI Platform verbinden, um das Asset- und Servicemanagement der nächsten Generation zu schaffen.

Jetzt bieten Siemens und ServiceNow Industrial Asset Hub Fertigungsunternehmen auf der ganzen Welt an und setzen damit neue Branchenstandards für die IT-OT-Konvergenz.

Welche Probleme löst die IT-OT-Konvergenz?

Siemens und ServiceNow wollen die manuelle, fehleranfällige und isolierte Verwaltung von OT-Assets in der Fertigungsindustrie abschaffen. Industrial Asset Hub ermöglicht es Mitarbeitern, OT-Geräte flexibel und skalierbar zu verwalten, und zwar über einen zentralisierten, cloudbasierten Managementservice für Assets verschiedener Anbieter.

Die Lösung umfasst zwei Komponenten:

Industrial Asset Hub führt Sicherheitsüberprüfungen in der gesamten Produktionsstätte durch, um Geräte automatisch zu erkennen, einen Bestand zu erstellen und zu ermitteln, für welche Geräte Firmware-Updates oder weitere Sicherheitsmaßnahmen erforderlich sind. Servicemitarbeiter können von zentraler Stelle Remoteverbindungen zu bestimmten Geräten herstellen und Softwarekonfigurationen anhand der Informationen zu Lieferant, Teilenummer und Lagerbestand aktualisieren.

Diese vollständige Transparenz trägt dazu bei, ungeplante Wartungsaufgaben zu vermeiden, Zeit- und Kosteneinsparungen zu erzielen und Cybersicherheitsrisiken zu verringern. „In unserer immer stärker vernetzten Welt muss man sich schützen, und dafür benötigt man Transparenz, um zu wissen, was überhaupt geschützt werden muss. Mit anderen Worten: OT-Transparenz“, erklärt Leipold.

Wie gestaltete sich die gemeinsame Entwicklungsarbeit?

Eine Partnerschaft ist erfolgreich, wenn beide Unternehmen ihre Stärken einbringen können. Siemens steuert seine Kenntnis der OT-Branche und seinen Kundenstamm bei, während ServiceNow seine IT-Fachexpertise und seine wegweisende Technologie beiträgt.

Für Leipold verkörpert die Zusammenarbeit mit ServiceNow den Geist von Siemens Xcelerator: „Es ist fantastisch zu sehen, wie unsere Entwicklungsteams direkt zusammenarbeiten und ihre Fähigkeiten kombinieren. Für mich ist dies Agilität in der Praxis – vollständig auf den Grundsatz ‚weniger reden, mehr tun‘ ausgerichtet, den wir bei Siemens schätzen.“

Die Partnerschaft hat zu einem neuen, agilen Ansatz bei Siemens geführt. Leipolds Team freut sich auf weitere Möglichkeiten, gemeinsam mit ServiceNow Lösungen zu entwickeln, wichtige Einblicke zu gewinnen und praktische Erfahrungen zu machen.

Wie verändert die Partnerschaft die Fertigungsindustrie?

Mit gemeinsamen Entwicklungsprojekten können langjährige Herausforderungen in der Fertigungsindustrie überwunden werden. Ein solches Problem, das Leipold hervorhebt, ist die Trennung zwischen IT und OT: IT- und OT-Prozesse geraten oft in Konflikt, da zwischen den beiden Bereichen eine große Lücke klafft. Die IT-Mitarbeiter verstehen möglicherweise nicht, warum ihre etablierten Methoden in der OT nicht funktionieren, und die OT-Teams interessieren sich in der Regel nicht für Cybersicherheit, da sie das als ein IT-Thema betrachten.

Sie lassen sich besser in Bereichen einbinden, die direkte Auswirkungen auf ihre Arbeit haben, zum Beispiel im Servicemanagement. ServiceNow unterstützt Siemens dabei, mit IT-Kundenpersonas zu interagieren und ihre Motivation besser zu verstehen, und Siemens weiß, wie es OT-Zielgruppen erreichen kann.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass das Ökosystem offen und anpassungsfähig sein muss. Für einen wirklich effizienten Fabrikbetrieb müssen die Lösungen modular und interoperabel sein.

Durch die gemeinsame Entwicklung eines Produkts, das sich nahtlos mit Drittanbieterlösungen integrieren lässt, können Kunden neue Funktionen problemlos implementieren, ohne die Betriebsabläufe in ihren Fabrikumgebungen zu unterbrechen.

„Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, wie wir zusammenarbeiten können, um noch mehr zu erreichen. In der Zukunft gibt es noch viel zu tun“, meint Leipold. „Aber im Moment geht es vor allem darum, zu verstehen, was unsere Kunden erwarten.“

Erfahren Sie, wie ServiceNow Ihnen dabei helfen kann, Ihren Fertigungsbetrieb zu transformieren.