Ein Netzwerk, das 60 Länder umfasst
Bei Langstreckenrennen gibt es keinen Spielraum für Fehler. Die Rennen laufen 6, 12 oder sogar 24 Stunden. Die Fahrzeuge werden aus 3.000 Komponenten gefertigt, und ein einziger Ausfall kann das Rennen zum Erliegen bringen. Die Teams, die gewinnen, sind nicht nur schneller, sondern erhalten auch bessere Einblicke: Sie wissen genau, was ausgefallen ist, wann, warum und was als Nächstes zu tun ist. Dieselbe Disziplin – die präzise Erfassung von Informationen, die sofortige Weiterleitung und die gemeinsame Reaktion auf diese Daten – ist auch die Voraussetzung, um 200 Händler in 60 globalen Märkten zu koordinieren. Die Frage für Ferrari war, ob eine einzige Plattform beide Bereiche unterstützen könnte.
Ferrari ging zuerst das Händlernetzwerk an: „Wir hatten mehrere Systeme, um eine Serviceanfrage über mehrere Anwendungen hinweg zu verwalten. Wir hatten keinen zentralen Einblick in sämtliche Probleme“, erklärt Antonio Torretta, Head of IT Strategy and Governance bei Ferrari.
Ferrari benötigte eine zentrale Plattform, die all diese Systeme und Anwendungen global ersetzen konnte.
Eine zentrale Quelle
Ein gemeinsamer Standard, der auf ServiceNow Kundenservice-Management aufbaut, ersetzte die fragmentierten Systeme. Hierbei wurden 25.000 Mitarbeiter, Händler und Lieferanten in 60 Ländern auf einer einzigen Plattform zusammengeführt. Die Vorteile waren sofort spürbar: Die Lösungszeiten verkürzten sich um mehr als 40 %. Doch die wichtigste Erkenntnis war, dass das internationale Unternehmen seine Komplexität mit einer zentralen Plattform bewältigen konnte, ohne dabei die Arbeitsweise der Marke zu beeinträchtigen.
„Auf der Rennstrecke wird Präzision in Millisekunden gemessen. Unser Ziel ist es, die gleiche Präzision in unserem Geschäftsbetrieb zu erzielen – also eine schnelle und klare Ausführung in all unseren Geschäftsprozessen“, so Torretta.
Nach der Arbeit am Händlernetzwerk ging Ferrari die nächste Herausforderung an.
Der zweite Test: ein Langstreckenrennen ohne Spielraum für Fehler
In der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft herrscht ein intensiver Betrieb, der unter strenger FIA-Compliance erfolgen muss. Testzyklen generieren riesige Mengen an Fehler- und Leistungsdaten. Und an Rennwochenenden sammelt Ferrari sogar noch mehr Daten über die anstrengenden 6-, 12- und 24-Stunden-Events hinweg. Hier herrscht ein unerbittlicher Druck, Informationen zu erfassen, zu analysieren und darauf zu reagieren – und zwar über zahlreiche technische Teams, Boxencrews und externe Partner hinweg.
„Das Fahrzeug besteht aus 3.000 Komponenten, und wenn auch nur eine von ihnen ausfällt, kann es das Ende des Rennens bedeuten. Es gibt also keinen Spielraum für Fehler“, erklärt Gilles Pironi, Reliability and Vehicle Development Manager, Ferrari Hypercar Endurance Race Cars.
Das Fahrzeug ist das sichtbare Ergebnis. Doch dahinter steckt etwas weniger Sichtbares, aber ebenso Wichtiges: die Menschen, die Prozesse und die Systeme, mit denen Teams unter diesem Druck zusammenarbeiten können.
„Die eigentliche Maschine umfasst Personen, Prozesse, Daten und Technologie, die allesamt optimal zusammenarbeiten müssen. Ohne diese Maschine kann nichts funktionieren“, sagt Filippo Cassano, Head of Digital Enterprise Architecture, Infrastructure and Operations bei Ferrari.
„Zuvor waren unsere Tools isoliert“, fügt Pironi hinzu. „Wenn es an einem Rennwochenende zu einem Vorfall kam, dauerte es zu lange, bis die richtigen Informationen die richtigen Personen erreichten – bis dahin hatten wir längst Zeit auf der Strecke verloren.“
Echtzeitverfolgung sämtlicher Fehler – von der Strecke bis zur Lösung
Ferrari erweiterte die ServiceNow AI Platform – die bereits in seinen Händlerbetrieben eingesetzt wurde – auf das Hypercar-Programm, indem das Unternehmen eine spezielle Anwendung hinzufügte. Ein Mechaniker, der während Tests einen Defekt entdeckt, kann ihn sofort über sein Mobilgerät protokollieren, mitsamt Fehlerbeschreibung, Kilometerstand, Sitzungsdetails und Fotos. Daraufhin wird die Meldung sofort weitergeleitet, und innerhalb von Sekunden sehen Techniker, Boxencrews und externe Partner allesamt denselben Datensatz und können umgehend darauf reagieren.
„Auch wenn wir an einem Rennen auf der anderen Seite der Welt teilnehmen, erhalten die Menschen, die für uns arbeiten, direkten Zugriff auf die nötigen Informationen und können sie sofort interpretieren und darauf reagieren“, so Pironi.
Der Workflow deckt den gesamten Lebenszyklus von Fehlern ab: strukturierte Diagnose, Korrekturmaßnahmen, Validierung und letztlich die langfristige Dokumentation auf der Plattform. So kann das Unternehmen auf strukturierte Weise dazulernen und Erkenntnisse mit sämtlichen Abteilungen austauschen, um künftige Rennen zu verbessern. Beschaffungs-, Logistik- und Compliance-Anforderungen werden allesamt im selben Workflow nachverfolgt und nicht separat bearbeitet.
„Der Zugriff auf die richtigen Informationen zur richtigen Zeit ist entscheidend, um einen hohen betrieblichen Standard zu erreichen. Und genau dabei unterstützt uns das One Digital Portal. Das System wurde entwickelt, um Best Practices und Standards zu erfassen und zu definieren, damit sie von sämtlichen Teams angewendet werden können“, so Torretta.
Bei einem Programm, das strikte FIA-Compliance erfordert und bei dem sensibles geistiges Eigentum zwischen verschiedenen Unternehmen ausgetauscht wird, ist diese Nachverfolgbarkeit eine Grundvoraussetzung. Ferrari hat Compliance in den täglichen Workflow integriert, damit sich Disziplin und Geschwindigkeit nicht widersprechen, sondern gemeinsam existieren können.
„Eigentlich widersprechen sich diese beiden Aspekte. Um sie in Einklang zu bringen, müssen alle Beteiligten optimal zusammenarbeiten – und das Fahrzeug, das auf der Rennstrecke fährt, ist das Ergebnis dieser Zusammenarbeit“, fügt Pironi hinzu.
Eine einzige Plattform unterstützt den Geschäftsbetrieb in 60 Ländern sowie das Fahrerlager in Le Mans
Die Antwort auf die Komplexität war kein einziges monolithisches System. Stattdessen nutzt Ferrari drei Instanzen: eine für den Unternehmensbetrieb, eine für das Hypercar-Programm und eine für das Händlernetzwerk. Jede von ihnen ist auf ihre jeweilige Umgebung abgestimmt, läuft aber unter denselben Standards, denselben Prozessen und mit derselben Disziplin.
„Wir haben eine einheitliche Sprache für alle Betriebsabläufe geschaffen. Auf diese Weise konnten wir die Lösungszeiten verkürzen – sowohl für das Hypercar-Fehlermanagement als auch für unseren breiteren Geschäftsbetrieb“, sagt Torretta.
Vom Fahrerlager in Le Mans bis hin zu unserem Händler in Tokio – der Standard ist überall gleich. Mit der Plattform können wir ihn überall wahren.
Ferrari ist ein weltweites Symbol für Luxus und Leistung mit Hauptsitz in Maranello, Italien. Das Unternehmen definiert sich durch die ständige Suche nach langfristiger Innovation und verbindet auf einzigartige Weise revolutionäre technologische Lösungen mit außergewöhnlicher Handwerkskunst. Diese Synergie ermöglicht es Ferrari, zeitlose legendäre Fahrzeuge zu schaffen, die auch dann unübertroffen bleiben, wenn sich die Welt weiterentwickelt.
Ein wichtiger Bestandteil der Markenidentität ist Scuderia Ferrari, das einzige Team, das seit 1950 an jeder Formel-1-Weltmeisterschaft teilgenommen hat. Diese Rennsport-DNA sorgt für beispiellose Exklusivität und unvergleichlichen Fahrspaß. Angetrieben von dem Wunsch, sämtliche Grenzen zu verschieben, verwandelt Ferrari Leidenschaft in Erfolge. Es ist nicht nur ein Hersteller, sondern ein Symbol italienischer Tradition, das die Erwartungen immer wieder übertrifft und weltweit zu Exzellenz inspiriert.