Ein Projektplan kann auf dem Papier super aussehen, aber das kann sich ändern, sobald die Realität einsetzt. Es tauchen unerwartete Probleme auf, Prioritäten verschieben sich und die Kundenbedürfnisse ändern sich schneller, als das Team reagieren kann. Beim traditionellen Projektmanagement werden solche Störungen oft als Fehler betrachtet, sodass Teams entweder an einem veralteten Plan festhalten oder in letzter Minute nach Lösungen suchen müssen. Das Ergebnis? Verpasste Fristen, frustrierte Stakeholder und ein Endprodukt, das nicht mehr zu den Geschäftszielen passt. Um dem entgegenzuwirken, brauchen Unternehmen eine Möglichkeit, mit Unsicherheiten umzugehen, ohne dabei an Qualität oder Produktivität einzubüßen.
Erfolgreiche Teams kommen mit Veränderungen nicht nur irgendwie zurecht – sie nutzen sie zu ihrem Vorteil. Anstatt an starren Workflows festzuhalten, arbeiten sie in kurzen, fokussierten Zyklen und verfeinern ihren Ansatz kontinuierlich basierend auf Feedback aus der Praxis. Sie legen Wert auf Zusammenarbeit, Transparenz und Effizienz und stellen sicher, dass jede Anstrengung zu sinnvollen Fortschritten führt. Diese Denkweise ist kein Zufall, sondern Teil eines strukturierten Frameworks, das Teams hilft, in unvorhersehbaren Umgebungen erfolgreich zu sein. Dieses Framework heißt Scrum.
Scrum entstand Mitte der 1990er Jahre als Antwort auf die Ineffizienzen einiger Projektmanagementmethoden. Der Begriff selbst wurde vom Rugby inspiriert, wo ein „Scrum“ (Gedränge) eine strukturierte Formation von Spielern beschreibt, die eng zusammenarbeiten. Diese Analogie erfasst das Wesen von Scrum: ein kollaborativer, iterativer Ansatz, der es Teams ermöglicht, sich angesichts komplexer Projekte kontinuierlich zu verbessern.
Die grundlegenden Konzepte von Scrum wurden 1995 von Ken Schwaber und Jeff Sutherland auf der Konferenz „Object-Oriented Programming, Systems, Languages & Applications“ (OOPSLA) vorgestellt. Sie wurden von einem früheren Artikel der Harvard Business Review inspiriert, der hervorhob, wie leistungsstarke Teams, insbesondere in der Produktentwicklung, wie Rugby-Teams arbeiteten – sie bewegten sich als Einheit vorwärts, anstatt einem sequenziellen, staffellaufartigen Prozess zu folgen.
Schwaber und Sutherland haben ihre Ideen später im Scrum Guide zusammengefasst. Seitdem hat sich Scrum zu einem der am häufigsten verwendeten agilen Frameworks entwickelt. Dieser Ansatz wird in fast jeder Branche genutzt, ist aber besonders effektiv in der Anwendungsentwicklung, Informationstechnologie (IT), im Marketing und im Produktmanagement.
Ohne Grundprinzipien wäre Scrum nur eine Reihe von Regeln. Deshalb basiert Scrum auf Grundwerten, die bestimmen, wie Teams zusammenarbeiten, Entscheidungen treffen und ihre Arbeit angehen. Diese Werte schaffen eine Kultur der Zusammenarbeit und Verantwortung und sorgen dafür, dass alle Teammitglieder mit einer gemeinsamen Denkweise arbeiten:
Engagement
Bei Scrum müssen sich die Teammitglieder dafür einsetzen, Sprint-Ziele zu erreichen und hochwertige Arbeit zu liefern. Dieses Engagement fördert Verantwortungsbewusstsein und Eigenverantwortung.
Mut
Teams müssen den Mut haben, Annahmen in Frage zu stellen, Veränderungen anzunehmen und Hindernisse direkt anzugehen. Außerdem müssen sie sich sicher fühlen, Bedenken zu äußern und Verbesserungen vorzuschlagen.
- Fokus
Scrum legt Wert darauf, an einer begrenzten Anzahl von Aufgaben mit hoher Priorität zu arbeiten, um die Effizienz zu maximieren und sicherzustellen, dass jeder Sprint das Projekt vorantreibt.
- Offenheit
Transparenz ist bei Scrum entscheidend. Teammitglieder müssen Fortschritte, Herausforderungen und Einblicke offen teilen, um eine kontinuierliche Verbesserung zu gewährleisten.
- Respekt
Zusammenarbeit lebt von gegenseitigem Respekt. Scrum-Teams würdigen die Fachkenntnisse und Beiträge jedes einzelnen Mitglieds und fördern so ein unterstützendes Arbeitsumfeld.
Im Gegensatz zu traditionellen Projektmanagementmethoden, die auf starren Plänen und vorausschauender Kontrolle basieren, ist Scrum ein Ansatz für agiles Projektmanagement, der auf drei Kernprinzipien beruht. Diese schaffen ein dynamisches Umfeld, in dem Teams fundierte Entscheidungen auf der Grundlage von Echtzeit-Einblicken treffen können. Diese Prinzipien sind:
Transparenz stellt sicher, dass alle Beteiligten ein klares Verständnis der laufenden Arbeit haben. Zu den wichtigsten Elementen der Transparenz gehören:
Ein gut gepflegtes Produkt-Backlog, das die Prioritäten umreißt.
Offene und ehrliche Kommunikation während der täglichen Scrums (auch „Daily Stand-ups“ genannt) und Sprint-Reviews.
Eine „Definition of Done“ (DoD), die sicherstellt, dass abgeschlossene Arbeiten den erforderlichen Standards entsprechen.
Häufige Inspektionen ermöglichen es Teams, den Fortschritt zu bewerten und potenzielle Hindernisse zu identifizieren. Scrum beinhaltet regelmäßige Inspektionen durch:
Sprint-Reviews, bei denen Teams die abgeschlossene Arbeit vorstellen und Feedback erhalten.
Sprint-Retrospektiven, die den Teams Zeit geben, um zu analysieren, was gut gelaufen ist und was verbessert werden muss.
Tägliche Scrum-Meetings, die Gelegenheit bieten, den Fortschritt zu verfolgen und Pläne anzupassen.
Scrum ermutigt Teams, ihren Ansatz auf der Grundlage von Feedback und neuen Erkenntnissen anzupassen. Eine Anpassung findet statt, wenn:
sich Prioritäten aufgrund veränderter Geschäftsbedürfnisse oder Kundenfeedback verschieben.
das Team Prozesse in Retrospektiven verfeinert, um die zukünftige Leistung zu verbessern.
Anpassungen während Sprints vorgenommen werden, um die Ausrichtung auf die Geschäftsziele sicherzustellen.
Im Gegensatz zu traditionellen hierarchischen Strukturen setzt Scrum auf Selbstorganisation und gemeinsame Verantwortung. So trägt jede Rolle innerhalb der Scrum-Methode dazu bei, den Stakeholdern einen Mehrwert zu bieten. Hier sind die wichtigsten Funktionen innerhalb von Scrum und die damit verbundenen Aufgaben:
Der Produktverantwortliche vertritt die Geschäftsinteressen und sorgt dafür, dass die wertvollsten Aufgaben Priorität bekommen. Zu seinen Aufgaben gehören:
Verwaltung und Priorisierung des Produkt-Backlogs
Kommunikation mit den Stakeholdern, um die Arbeit an den Geschäftszielen auszurichten.
Sicherstellen, dass jeder Sprint den Anwendern den größtmöglichen Wert liefert.
Der Scrum Master ist ein „Servant-Leader“ (dienende Führungskraft), der dafür verantwortlich ist, den Scrum-Prozess zu moderieren und Hindernisse zu beseitigen. Zu seinen Aufgaben gehören:
Coaching des Teams in Bezug auf Scrum-Prinzipien und Best Practices
Beseitigung von Hindernissen, die den Fortschritt beeinträchtigen
Moderation von Scrum-Ereignissen und das Sicherstellen produktiver Diskussionen
Das Entwicklungsteam besteht aus Experten (Entwickler, Tester, Designer usw.), die dafür verantwortlich sind, nutzbare Arbeitsergebnisse zu liefern. Sie sind in erster Linie verantwortlich für:
Selbstorganisation und die Entscheidung, wie Sprint-Aufgaben zu erledigen sind
Enge Zusammenarbeit mit dem Produktverantwortlichen und den Stakeholdern
Kontinuierliche Verfeinerung und Verbesserung ihres agilen Workflows.
Der Produktverantwortliche pflegt und priorisiert eine Liste von Aufgaben und Funktionen im Produkt-Backlog. Dies dient als zentrales Repository für alle zu erledigenden Aufgaben und stellt sicher, dass das Team über eine umfassende und organisierte Liste von Aufgaben verfügt, auf die es sich konzentrieren muss. Der Backlog entwickelt sich im Laufe des Projekts weiter, wobei neue Elemente hinzugefügt, verfeinert oder Elemente entfernt werden, je nach sich ändernden Prioritäten. Ohne eine ordnungsgemäße Backlog-Verwaltung haben Teams möglicherweise keine klare Vorstellung davon, was als Nächstes zu tun ist.
Die Sprint-Planung markiert den Beginn jedes Sprints und bildet die Grundlage für die Arbeit des Teams während der Iteration. Das Team wählt Backlog-Elemente aus, die im kommenden Sprint abgeschlossen werden sollen, und definiert die Ziele dieses Sprints. An der Sprint-Planung ist das gesamte Scrum-Team beteiligt, das gemeinsam entscheidet, was innerhalb der vorgegebenen Zeit erreicht werden kann und sollte.
Sprint
Ein Sprint ist ein Zeitrahmen (normalerweise zwei bis vier Wochen), in dem das Team an ausgewählten Aufgaben arbeitet. Dies ist die zentrale Arbeitseinheit in Scrum, die einen strukturierten Zeitrahmen bietet, um sich auf die Schaffung von Mehrwert zu konzentrieren. Jeder Sprint folgt einem vorhersehbaren Zyklus, sodass Teams effektiv planen und gleichzeitig flexibel bleiben können, um sich bei Bedarf anzupassen. Ein gut durchgeführter Sprint führt zu einem lieferbaren Produktinkrement.
Das tägliche Scrum-Meeting ist eine kurze Besprechung, die an jedem Arbeitstag stattfindet und in der die Teammitglieder den Fortschritt, die Herausforderungen und die Pläne für den jeweiligen Tag besprechen. Dieses Meeting ist auf 15 Minuten festgelegt und folgt einem strukturierten Format, in dem Teammitglieder in der Regel drei wichtige Fragen beantworten:
- Was habe ich gestern gemacht?
- Was werde ich heute tun?
- Gibt es Hindernisse, die mir im Weg stehen?
Regelmäßige Stand-ups sind ein tägliches Check-in, bei dem Teams Probleme melden und gemeinsam daran arbeiten können, dass kleinere Probleme nicht zu größeren Hindernissen eskalieren.
Der Sprint-Review ist eine Präsentation der abgeschlossenen Arbeit mit dem Ziel, konstruktives Feedback zu generieren. Dieses Ereignis bietet dem Scrum-Team die Möglichkeit, sein Produkt vorzustellen und wertvolle Rückmeldungen von verschiedenen Stakeholdern zu sammeln. Während des Sprint-Reviews geht das Team die abgeschlossene Arbeit durch und hebt wichtige Funktionen, Änderungen oder Verbesserungen hervor. Stakeholder, darunter Kunden und Führungskräfte, können Fragen stellen, Erkenntnisse liefern und Verbesserungsvorschläge basierend auf ihren Bedürfnissen machen. Das bei diesem Ereignis gesammelte Feedback wird dann für die Gestaltung der nächsten Iteration genutzt.
Sprint-Retrospektive
Im Gegensatz zum Sprint-Review, der sich auf das Produkt konzentriert, widmet sich die Sprint-Retrospektive der Bewertung der Prozesse, der Zusammenarbeit und der Gesamteffizienz des Teams. Ziel ist es, herauszufinden, was gut funktioniert hat, was verbessert werden könnte und welche konkreten Schritte unternommen werden können, um zukünftige Sprints zu optimieren.
Das Backlog ist eine dynamische, nach Prioritäten geordnete Liste von Funktionen, Aufgaben und Anforderungen, die vom Produktverantwortlichen gepflegt wird. Dieses Backlog ist die Grundlage aller Scrum-Arbeiten und dient als einzige Quelle für die Prioritäten des Teams. Die Elemente im Backlog, die als PBIs (Product Backlog Items, Produkt-Backlog-Elemente) bezeichnet werden, können von neuen Funktionen und Fehlerbehebungen bis hin zu technischen Verbesserungen und Forschungsaufgaben reichen. Der Produktverantwortliche ist dafür zuständig, das Backlog kontinuierlich zu verfeinern und sicherzustellen, dass die Elemente klar definiert und nach ihrem Wert geordnet sind.
Das Sprint-Backlog ist eine Teilmenge des Produkt-Backlogs, die für die Fertigstellung innerhalb eines Sprints ausgewählt wurde, und stellt die Arbeit dar, zu deren Lieferung sich das Team verpflichtet hat. Es umfasst spezifische Aufgaben, die zur Erreichung des Sprint-Ziels erforderlich sind. Im Gegensatz zum umfassenderen Produkt-Backlog, das auch langfristige Elemente enthalten kann, ist das Sprint-Backlog sehr fokussiert und zeitlich begrenzt. Während des Sprints kann sich das Backlog aufgrund neuer Informationen weiterentwickeln, aber das übergeordnete Ziel bleibt unverändert.
Schließlich ist ein Inkrement ein nutzbares Produktergebnis eines Sprints. Ein Inkrement ist aber nicht nur eine Sammlung abgeschlossener Aufgaben, sondern auch ein funktionaler und potenziell lieferbarer Produktzustand, der die DoD erfüllt. Jedes Inkrement baut auf früheren Iterationen auf, verbessert die Produkte schrittweise und treibt die Arbeit stets voran.
Jede dieser Methoden hat eine einzigartige Geschichte und Entwicklung, die durch spezifische Anforderungen und Branchen geprägt wurde.
Scrum entstand in den 1990er Jahren, inspiriert durch die teambasierte Koordination beim Rugby. Es wurde von Ken Schwaber und Jeff Sutherland eingeführt.
Agile wurde 2001 mit dem Agile Manifest ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich eher um eine Philosophie als um ein Framework. Agile umfasst mehrere Methoden, darunter Scrum, Kanban und Extreme Programming (XP).
Kanban wurde in den 1940er Jahren im Rahmen des Toyota-Produktionssystems entwickelt. Ursprünglich war es ein Werkzeug der schlanken Produktion (Lean Manufacturing), bevor es für die Softwareentwicklung adaptiert wurde.
Obwohl alle drei Ansätze Effizienz und Anpassungsfähigkeit betonen, unterscheiden sich ihre Grundprinzipien.
Scrum konzentriert sich darauf, Arbeit in kurzen, zeitlich begrenzten Iterationen zu liefern, wobei strikte Rollendefinitionen sowie eine kontinuierliche Überprüfung und Anpassung im Vordergrund stehen.
Agile setzt auf Flexibilität, Zusammenarbeit und iterative Bereitstellung, schreibt jedoch keine bestimmte Struktur vor. Agile Frameworks (wie Scrum) implementieren ihre Prinzipien auf unterschiedliche Weise.
Kanban konzentriert sich auf kontinuierliche Bereitstellung und Workflow-Optimierung. Dabei werden Engpässe reduziert, indem die Anzahl der gleichzeitig in Bearbeitung befindlichen Aufgaben (Work in Progress, WIP) begrenzt wird, anstatt in Zyklen mit fester Länge zu arbeiten.
Jeder Ansatz verfügt über unterschiedliche Arbeitsmethoden, die definieren, wie Aufgaben verwaltet und abgeschlossen werden.
Scrum nutzt zeitlich festgelegte Sprints (Timeboxing), vordefinierte Rollen und strukturierte Ereignisse.
Agile ist ein flexibler Ansatz ohne striktes Regelwerk – Teams können die Methoden je nach Projektanforderungen individuell anpassen.
Kanban verwendet eine visuelle Tafel, um laufende Arbeit zu verfolgen, verwaltet den Arbeitsfluss durch WIP-Limits und ermöglicht einen flüssigen Ablauf der Aufgaben ohne feste Iterationen.
Scrum ist das einzige der drei Frameworks, das spezifische Rollen definiert, während Agile und Kanban diese eher flexibel gestalten.
- Scrum erfordert drei Schlüsselrollen: Produktverantwortlicher, Scrum Master und Entwicklungsteam, um Prioritäten, Prozesse und die Ausführung zu verwalten.
- Agile schreibt keine spezifischen Rollen vor, fördert jedoch die Zusammenarbeit und selbstorganisierte Teams, die den Anforderungen des Projekts entsprechen.
- Kanban hat keine formalen Rollen; die Teams organisieren sich selbst, können jedoch einen Service Delivery Manager oder Flow Manager benennen, um den Fortschritt zu überwachen.
Jede Methodik misst den Fortschritt auf unterschiedliche Weise und verwendet dabei unterschiedliche Leistungsindikatoren.
- Scrum verwendet Velocity (pro Sprint erledigte Arbeit), Burndown-Charts (verbleibende Arbeit im Zeitverlauf) und Sprint-Ziele, um den Fortschritt zu verfolgen.
- Agile konzentriert sich eher auf Kundenzufriedenheit, Anpassungsfähigkeit und Zykluszeit als auf feste Metriken und passt die Messungen nach Bedarf an.
- Kanban stützt sich auf die Vorlaufzeit (Zeit von der Anfrage bis zur Fertigstellung), die Zykluszeit (für eine Aufgabe aufgewendete Zeit) und WIP-Limits, um den Workflow zu optimieren.
Wie bereits erwähnt, legt Scrum Wert auf Flexibilität und iterativen Fortschritt. Auf diese Weise entsteht ein strukturierter Ansatz, der Teams dabei unterstützt, sich auf ihre Ziele zu konzentrieren, und ihnen gleichzeitig ermöglicht, sich schnell und einfach an veränderte Anforderungen anzupassen. Dieses Gleichgewicht optimiert das Projektmanagement und bietet folgende Vorteile:
Scrum bietet eine Reihe von Vorteilen, jedoch verläuft die Umsetzung nicht immer reibungslos. Die effektive Implementierung von Scrum erfordert eine Änderung der Denkweise, unterstützt durch eine starke Zusammenarbeit und das Engagement des Teams. Teams, die noch keine Erfahrung mit Scrum haben, könnten Schwierigkeiten haben, sich an das schnelle Tempo und die Erwartungen an die Selbstorganisation anzupassen. Bevor Sie sich vollständig auf einen Scrum-basierten Ansatz festlegen, sollten Sie die folgenden potenziellen Hindernisse berücksichtigen:
Scrum fördert konzentriertes, kollaboratives Arbeiten. In der Realität sind jedoch viele Teammitglieder gleichzeitig mit mehreren Projekten betraut. Diese geteilte Aufmerksamkeit kann die Effizienz verringern und es erschweren, sich voll und ganz auf den Scrum-Prozess einzulassen. Wenn Einzelpersonen mehrere Verpflichtungen unter einen Hut bringen müssen, kann es für sie schwierig sein, an den täglichen Scrums teilzunehmen, sich voll und ganz in die Sprints einzubringen oder klare Prioritäten zu setzen. Um dieser Herausforderung entgegenzuwirken, sollten Unternehmen versuchen, Kontextwechsel zu minimieren und Teammitglieder nach Möglichkeit einem einzigen Scrum-Team zuzuweisen. Wenn Multitasking unvermeidbar ist, sind klare Strategien für das Management der Arbeitsauslastung und die Priorisierung unerlässlich, um die Produktivität aufrechtzuerhalten, ohne einzelne Mitglieder zu überlasten.
Die Scrum-Sprint-Struktur bedeutet, dass die Arbeit innerhalb einer festgelegten Dauer abgeschlossen werden muss. Teams haben möglicherweise Schwierigkeiten, genau abzuschätzen, wie viel innerhalb eines Sprints erreicht werden kann, was zu unvollendeten Aufgaben oder überstürzter Arbeit am Ende des Zyklus führen kann. Wenn dies ein Problem darstellt, unterstützen Sie die Teams dabei, ihre Schätztechniken mithilfe historischer Daten und Velocity-Verfolgung zu verfeinern, um die Sprint-Planung zu verbessern.
Die iterative Natur von Scrum ist einer der größten Vorteile dieser Methode. Allerdings setzt die Iterativität auch voraus, dass alle Probleme schnell erkannt und gelöst werden. Wenn einem Team diese Fähigkeit fehlt, können sich Hindernisse häufen und den Fortschritt verzögern oder behindern. Ein starker Scrum Master übernimmt die zentrale Rolle bei der Problemlösung, aber auch die Teammitglieder müssen aktiv ihre Bedenken äußern und gemeinsam nach Lösungen suchen. Die Förderung einer Kultur des kontinuierlichen Lernens und Wissensaustauschs kann Teams dabei unterstützen, bei der Problemlösung agiler zu werden.
Scrum wurde entwickelt, um die kollektive Verantwortung für die Arbeit zu fördern, jedoch basieren Leistungsbewertungen in vielen Organisationen nach wie vor auf individuellen Leistungen. Diese Diskrepanz kann zu Spannungen innerhalb der Teams führen, da sich die Mitglieder möglicherweise eher auf ihren persönlichen Erfolg als auf die Ergebnisse des Teams konzentrieren. Organisationen, die Scrum einsetzen, sollten eine Umstellung ihrer Bewertungsmethoden in Betracht ziehen, um den Beitrag des Teams, die gemeinsame Verantwortung und den gemeinsamen Erfolg stärker zu betonen.
Die oben aufgeführten Herausforderungen mögen entmutigend erscheinen, müssen jedoch nicht im Wege einer erfolgreichen Scrum-Implementierung stehen. Die folgenden Best Practices können selbst den zurückhaltendsten Teams zum Erfolg verhelfen:
Scrum lebt von Teamarbeit, aber echte Zusammenarbeit geht über das einfache Miteinanderarbeiten hinaus. Die Förderung der Zusammenarbeit unter Kollegen bedeutet, ein Umfeld zu schaffen, in dem Teammitglieder aktiv und unkompliziert Wissen austauschen, sich gegenseitig unterstützen und Probleme gemeinsam lösen. Dies kann durch Programmierung im Paar und funktionsübergreifende Schulungen erreicht werden und wird durch offene Diskussionen während der täglichen Scrums und Sprint-Retrospektiven zusätzlich unterstützt.
Scrum basiert auf Sprints fester Länge, um ein gleichmäßiges, vorhersehbares Arbeitstempo aufrechtzuerhalten. Natürlich können diese Zeitvorgaben als zu starr empfunden werden, und es kann verlockend sein, die Sprint-Fristen zu verlängern, um mehr Spielraum zu schaffen. Flexibilität ist zwar ein großer Vorteil von Scrum, aber die ständige Anpassung der Sprintdauer kann zu Inkonsistenzen führen und die Fortschrittsverfolgung behindern. Teams sollten sich an den empfohlenen Zeitrahmen halten – in der Regel zwei Wochen –, um ein Gleichgewicht zwischen Reaktionsfähigkeit und nachhaltiger Entwicklung zu erreichen. Kürzere Sprints bieten möglicherweise nicht genügend Zeit, um sinnvolle Arbeit zu leisten, während längere Sprints die Dringlichkeit verringern und das Feedback verzögern können.
Eine gut strukturierte Scrum-Tafel bietet Einblick in den Workflow des Teams und hilft den Mitgliedern, den Fortschritt zu verfolgen, Hindernisse zu identifizieren und auf festgelegte Ziele hinzuarbeiten. Unabhängig davon, ob es sich um eine physische oder digitale Scrum-Tafel handelt, sollte sie das Produkt-Backlog, das Sprint-Backlog und den aktuellen Arbeitsstatus klar anzeigen. Virtuelle Scrum-Tafeln bieten zusätzliche Flexibilität, da sie die Remote-Zusammenarbeit und automatisierte Verfolgung ermöglichen.
Scrum-Ereignisse bieten mehrere Gelegenheiten, alle Beteiligten zusammenzubringen, um das Projekt zu besprechen, aber Meetings sollten niemals zum Selbstzweck werden. Jedes Meeting sollte einem klaren Zweck dienen, der direkt zum Erfolg des Sprints beiträgt. Teams sollten sich darauf konzentrieren, Diskussionen prägnant, umsetzbar und auf ihre Ziele abgestimmt zu halten. Wenn ein Meeting keinen sinnvollen Fortschritt in Richtung des Sprint-Ziels bringt, muss es möglicherweise umstrukturiert werden.
ServiceNow bietet über die ServiceNow AI Platform eine umfassende Suite von Anwendungen und Lösungen, mit der Ihr Team Scrum effektiv für die Planung, Verfolgung und Automatisierung von Workflows implementieren kann. Strategisches Portfoliomanagement (SPM) von ServiceNow bietet Ihnen alles, was Sie benötigen, um Ihre agilen Initiativen an den Geschäftszielen auszurichten. Durch die Nutzung von Echtzeitdaten, Automatisierung und fortschrittlichen KI-gestützten Einblicken unterstützt Sie SPM dabei, Prioritäten zu setzen, Abhängigkeiten zu verwalten und eine kontinuierliche Wertschöpfung zu erzielen.
ServiceNow Scrum-Programme für agile Entwicklung optimieren die Zusammenarbeit mehrerer Teams, die auf gemeinsame Ziele hinarbeiten. Das „Scrum Program Planning Board“ bietet eine zentralisierte Schnittstelle, über die Ihr Unternehmen Aufgaben zuweisen, Fortschritte verfolgen und Abhängigkeiten zwischen Abteilungen verwalten kann. So kann selbst in komplexen agilen Umgebungen eine nahtlose Koordination gewährleistet werden. Teams können mit synchronisierten oder unterschiedlichen Sprint-Kadenzzeiten arbeiten und dabei die vollständige Transparenz hinsichtlich der Priorisierung von Backlogs und Arbeitsauslastung aufrechterhalten.
Erfahren Sie, wie Strategisches Portfoliomanagement in ServiceNow Ihren Ansatz zur Zielsetzung verbessern kann. Planen Sie noch heute eine Demo..